Private Rentenversicherung Test

Im Oktober 2011 hat die Zeitschrift "Finanztest" Anbieter privater Rentenversicherungen unter die Lupe genommen. Dabei bewerteten die Warentester neun Tarife mit dem Urteil "gut". Die meisten Angebote schnitten "befriedigend" ab. Mit einem "sehr gut" kann keine Versicherung punkten.

Hohe Kosten verursachen niedrige Renditen

Gesellschaften die eine vergleichsweise niedrige Rente garantieren ziehen nach Angaben der Zeitschrift besonders hohe Kosten für die Verwaltung des Vertrages ab. Die Finanztester verglichen Tarife für eine 37-jährige fiktive Kundin. Der Vergleich ergab, dass auch bekannte und renommierte Anbieter häufig kräftig bei den Verwaltungskosten zulangen.

Wer sich rentenversichert, muss alt werden

Darüber hinaus lohnt sich ein Rentenversicherungsvertrag nur, wenn der Versicherte auch wirklich lange lebt. Nach Angaben von "Finanztest" muss ein Mann, der mit 67 Jahren Rente bezieht noch mindestens 15 bis 17 Jahre leben um die von ihm gezahlten Beiträge wieder ausgezahlt zu bekommen. Nur wenn er noch älter wird, fährt er mit der Versicherung einen Gewinn ein. Nach einer 15-jährigen Auszahlungsphase wäre der Mann dann schon 82 Jahre alt, ein Alter, das viele Menschen gar nicht erreichen.

In einer Tabelle hat das Statistische Bundesamt das durchschnittliche Sterbealter veröffentlicht:

Jahr Männer Frauen
200672,780,4
200772,580,6
200872,980,8
200973,280,9
201073,581,0
201173,781,0
(Quelle: Statistisches Bundesamt)

Bei ihrer Untersuchung prüften die Tester auch die ausgezahlten Überschüsse der Unternehmen. Neben der garantierten Rente ging auch die Anlagestrategie der Anbieter in die Berechnung mit ein. Je besser und lukrativer die Gesellschaften das Geld ihrer Kunden anlegen, desto mehr Rente hat der Versicherte später in der Tasche. Dabei bescheinigten die Finanztester vor allem den europäischen Anlagen gute Erfolge. Sollten die Zinsen jedoch aufgrund der Finanzkrise weiterhin stagnierend oder sogar rückläufig sein, können die Versicherungskunden nicht mit hohen Überschüssen rechnen.

Anbieter, die einen hohen Anlageerfolg verbuchen konnten, schnitten bei der Bewertung der Flexibilität negativ ab, so dass ein Kunde hier die Vor- und Nachteile eines Vertrages anhand seiner persönlichen Situation kritisch abwägen sollte. Darüber hinaus unterzogen die Prüfer auch die Transparenz der einzelnen Tarife einer eingehenden Prüfung.

Testsieger punkten mit Rendite

Als Testsieger konnte vor allem die Debeka bei den Finanztestern punkten, auf den weiteren Rängen folgten die Interrisk und die HUK 24. Die bekannte Gesellschaft Generali wurde aufgrund der schlechten Renditezusagen als einziger Anbieter mit einem "mangelhaft" bewertet. Über die höchste Rente konnten sich die Testkunden der Interrisk freuen, obwohl die Tester diesen Verträgen eine mangelnde Transparenz bescheinigten. Die niedrigsten Aussichten gab es bei der Generali.

Mehr zur Privaten Rentenversicherung:
Vergleich | Vorteile & Nachteile | Test | Sofortrente | Riester Rente | Rürup Rente | Kapitallebensversicherung | Risikolebensversicherung